Ende Oktober sieht der Trail anders aus als im Juli. Das Laub liegt zehn Zentimeter hoch in den Anliegern, der Boden ist weich, und die erste Rinne hat sich quer über die Einfahrt zur Steilstufe gegraben. Wer jetzt nichts tut, findet im Frühjahr eine Strecke vor, die eher Bachbett als Trail ist. Die gute Nachricht: Ein paar Stunden Arbeit im Herbst sparen Tage im April.
Bei uns im Park läuft die Pflege in den Wochen nach Saisonschluss, und wir nehmen gern helfende Hände mit. Wer die vier Strecken kennt, weiß, wo es jedes Jahr dieselben Stellen trifft: die Ausfahrten der Anlieger und die flachen Stücke, in denen Wasser stehen bleibt.
Wasser ist der Gegner, nicht das Laub
Laub sieht schlimm aus, ist aber schnell weggeblasen oder weggeharkt. Das eigentliche Problem ist Wasser, das auf dem Trail steht oder in der Fahrspur nach unten läuft. Jede Fahrspur ist eine kleine Rinne, und jede Rinne wird bei Regen tiefer. Deshalb prüfen wir im Herbst zuerst die Entwässerung: Sind die Querabschläge frei, also die schrägen Rinnen, die Wasser seitlich vom Trail ableiten? Liegt der Trail in den flachen Passagen noch leicht geneigt, sodass Wasser abfließt? Wo Pfützen stehen, wird der Boden ausgehoben, mit grobem Material aufgefüllt und mit Erde abgedeckt.
Anlieger und Sprünge nachformen
- Anlieger: Über den Sommer fahren sie sich unten aus und oben ab. Erde von der Oberkante nach unten ziehen, festklopfen, bei trockenem Wetter wässern und nochmal verdichten.
- Absprünge: Die Lippe wird stumpf, wenn Hunderte Hinterräder darüber rollen. Mit der Schaufel nachziehen und mit dem Stampfer verdichten, sonst hält sie den ersten Frost nicht.
- Landungen brauchen im Herbst oft neues Material, weil die Aufstandsfläche zerfahren ist. Hier hilft ein Gemisch aus Lehm und Splitt.
- Holzelemente: Nordshores, Brücken und Drops auf Fäulnis prüfen, lose Bretter ersetzen, rutschige Stellen mit Draht oder Grip-Belag sichern.
Werkzeug, das wirklich hilft
McLeod, also die Kombination aus Harke und Stampfplatte, ist das wichtigste Werkzeug im Trailbau. Dazu ein Spaten, ein Laubbläser oder ein stabiler Rechen, eine Schubkarre und ein Handstampfer. Für den Herbst kommt eine Astschere dazu, weil überhängende Zweige in der Kurve mit Laub daran gefährlicher sind als im Sommer. Wer Werkzeug leiht, spricht am besten den Streckenbauer an, in vielen Parks stehen Geräte für Helfertage bereit. Welche Kurse und Bauanleitungen es gibt, sammelt das Mountainbike-Magazin regelmäßig in seinen Werkstattbeiträgen.
Absprache mit dem Forst
Ein Bikepark liegt im Wald, und der gehört jemandem. Bei uns läuft die Streckenpflege in Abstimmung mit dem Waldbesitzer, und für alle, die außerhalb von Parks bauen wollen, gilt: ohne Erlaubnis geht nichts. Das Betretungsrecht erlaubt in Nordrhein-Westfalen das Radfahren auf festen Wegen, nicht das Anlegen neuer Strecken. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert, wer für welches Waldstück zuständig ist und wie legale Projekte angemeldet werden. Im Herbst ist außerdem Holzerntesaison, deshalb vorher fragen, ob Rückegassen oder Sperrungen den Trail berühren.
Was du liegen lassen solltest
Nicht jeder Ast muss weg. Totholz neben dem Trail ist Lebensraum und hält den Boden am Hang, deshalb bleibt es liegen, solange es nicht in die Fahrlinie ragt. Auch Laub auf den Randstreifen darf bleiben, es schützt den Boden vor Frost und wird bis zum Frühjahr zu Humus. Weg muss nur, was auf der Fahrspur liegt oder Wasser staut. Wer im Herbst den ganzen Wald aufräumt, macht sich unnötige Arbeit und ärgert den Förster.
Fazit: Zwei Helfertage im Herbst reichen
Wer die Entwässerung in Ordnung bringt, die Anlieger nachformt und die Holzelemente prüft, hat im Frühjahr einen Trail, der nach dem ersten trockenen Wochenende fahrbar ist. Zwei Helfertage mit sechs bis acht Leuten schaffen das für einen Park unserer Größe. Und ganz nebenbei lernt man dabei mehr über Kurvenbau als in jeder Fahrtechnik-Stunde.
